Rezension von H.
J. Freyberger zum Buch "Ekel
als Folge traumatischer Erfahrungen"
H. J. Freyberger (Stralsund/Greifswald):
In Leipzig existiert seit einigen Jahren ein Psychotrauma-Zentrum
und ein Trauma-Institut, über das sehr interessante Symposien
organisiert und veranstaltet werden. Die Beiträge des letzten
Symposiums, dass sich mit dem Ekel als Folge traumatischer Erfahrungen
beschäftigte, greifen dabei ein Thema auf, das in der Traumaforschung
meiner Auffassung nach eine hohe Bedeutung hat, aber bisher relativ
stiefmütterlich behandelt wird. Der Band gliedert sich in
6 Abschnitte.
In Abschnitt 1 werden Grundlagen und Übersichten zur Bedeutung
des Ekelgefühls in verschiedenen Feldern von Psychotherapie
und Gesellschaft, unter anderem in der analytischen Psychotherapie
und in der Psychosomatik dargestellt.
In Abschnitt 2 geht es um Therapiekonzepte, Behandlungsmethoden
und Fallberichten zum professionellen Umgang mit Ekelgefühlen.
Hier finden sich unter anderem sehr interessante Beiträge
zur Dialektik von Ekel als Abwehr und der Abwehr des Ekels, zur
frühen Introjektion von Ekel im Rahmen komplexer Traumafolgestörungen,
zu speziellen Behandlungskonzepten für die Bewältigung
von Ekelgefühlen, die mit traumatisierenden Erfahrungen
im Zusammenhang stehen.
Abschnitt 3 bringt ausgewählte Problemfälle der Behandlung
von Ekelgefühlen in der psychotraumatisch-analytischen Praxis
und Abschnitt 4 beschäftigt sich mit spezieller Forschung
zum Ekelgefühl bei dissoziativen und anderen Psychotraumapatienten.
Abschnitt 5 behandelt spezielle Vorgehensweisen zur Prävention,
körperpsychotherapeutischen Annäherung und stufenweiser
Kompensation von Ekelgefühlen.
Und Abschnitt 6 enthält Selbstberichte von Klienten im Kontext
von Ekel, Scham und Aggressionsbewältigung.
Dem Herausgeber Ralf Vogt ist es insgesamt gelungen, damit
einen Band zusammenzustellen, der diesen wichtigen Aspekt wohl
bisher einzigartig beleuchtet.
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