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Rezension von Karl Alexander Röhler (Universität Bremen) zum Buch von Ralf Vogt: Beseelbare Therapieobjekte

 

Das Buch von Ralf Vogt liefert einen fundierten Beitrag zur aktuellen Debatte um die Annäherung von Psychoanalyse und Körpertherapie, die in den letzten Jahren, vor allem durch die Rezeption der Ergebnisse der Säuglingsforschung, verstärkt in Gang gekommen ist.

Der Einsatz von "beseelbaren Therapieobjekten" stellt in diesem Zusammenhang einen neuen, für die Debatte äußerst fruchtbaren Therapieansatz dar, den der Autor selbst entwickelt hat. Ralf Vogt, Psychoanalytiker und Traumatherapeut, ist seit mehreren Jahren in eigener Praxis tätig und hat mit seinen aus praktischer Arbeit gewonnenen Überlegungen neue Wege in der Beziehung zwischen Therapeut und Patient beschritten. Obwohl er von einem psychoanalytischen Konzept ausgeht, liegt der Schwerpunkt seiner therapeutischen Arbeit auf der Inszenierung von Handlungssequenzen, also körpertherapeutischen Elementen, in denen die Patienten Gelegenheit haben, sich mit verinnerlichten Erziehungspersonen (so genannten Introjekten) auseinanderzusetzen.

Das ermöglicht ihnen, sich von den (oft erdrückenden) Ansprüchen dieser Introjekte und den damit einhergehenden Beziehungsübertragungen zu distanzieren und durch die gleichzeitig einsetzende Ich-Stärkung die eigenen Lebensziele couragierter zu verfolgen. Das ist besonders bei der Behandlung von Traumata wichtig, also bei Störungen, die durch schockartige Erlebnisse ausgelöst wurden. Aber auch der Behandlung von klassischen Störungsbildern, wie Depressionen oder narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, tut die von Vogt vorgeschlagene Kombination von analytischer Strukturierung und spontanen Handlungen offenbar gut. Die Stofftiere, Matten, und selbst entworfenen Schaumstoffobjekte, die als "beseelbare Objekte" eingesetzt werden, erfüllen dabei ganz grob gesprochen eine Mittlerfunktion zwischen analytischer Einsicht und körperlichen Impulsen: Indem z. B. ein großer schwarzer Sack zur Verkörperung der eigenen Trauer wird, kann diese besser verarbeitet werden. Die Objekte nehmen also schwierige oder diffuse Gefühle auf und helfen dabei, sie zu konkretisieren und fokussiert zu bearbeiten. Besonders gut kann in der Interaktion von Patient, Therapeut und den zuvor beseelten Objekten deutlich gemacht werden, welche negativen Auswirkungen Introjekte des Patienten in seinem Umfeld und bei ihm selbst hinterlassen. Das schafft Motivation zur Veränderung, die an Ort und Stelle mit Hilfe der Therapieobjekte auch gleich erprobt werden kann.

Vogt ist durch die bisherigen Erfahrungen mit seiner Methode, die er auch durch wissenschaftliche Befragungen seiner Patienten validiert, überzeugt, dass sie effektiver ist als bisherige Verfahren und eine bessere Kontrolle des Therapieprozesses sowohl durch den Therapeuten als auch durch den Patienten ermöglicht. Ihr Vorteil ist darüber hinaus, dass sie kein eigenes Therapieverfahren im klassischen Sinne darstellt, sondern universell, also im Rahmen der meisten gängigen Therapieverfahren eingesetzt werden kann.

Inhalt des Buches:
Einer kritischen und sehr lesenswerten Durchsicht etablierter Psychotherapieverfahren (auf nur 20 Seiten komprimiert!) folgt die Darstellung des von Ralf Vogt entwickelten Verfahrens struktureller Handlungsinszenierungen in einem universellen Therapierahmen. Danach auf über 100 Seiten ausführliche, und trotzdem prägnant geschilderte Fallbeispiele aus der eigenen Praxis, sowohl zum einzeltherapeutischen Vorgehen als auch zum Einsatz seines Verfahrens in der Gruppentherapie. Statistische Auswertungen von Patientenbefragungen und ein Anhang mit farbigen Abbildungen, die die Verwendung der selbst entwickelten Therapieobjekte veranschaulichen, runden das Buch ab.

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